Makler Smeagol

Nach einem kurzen Ausflug mit der Reinigung in die Nachbarschaft und deren Tücken folgt das zweite Kapitel der großen Rochade. Nachdem der Entschluss seelisch gefasst war muss als nächster konsequenter Schritt unser Haus verkauft werden. Fotos machen, Beschreibung fürs Expose, Dokumente ordnen, Inserate aufgeben. On top haben wir uns dazu hinreißen lassen einen Makler zusätzlich auf den Verkauf anzusetzen. Interessenten über den Makler ließ auf sich warten, aber dann war es so weit. Termin war abgemacht aber es kam eine Vertretung – Makler Smegaol. Ok ok , nicht vom Äußeren täuschen lassen, vielleicht hat er es ja drauf.

Als erstes geht es schnurstracks in das Schmuckstück des Hauses, DER repräsentative Bereich, es geht direkt in den … … Keller?!? Makler Smeagol macht es sich mit den Interessenten im halb sanierten Keller bequem – bravo, der erste Eindruck zählt, was für ein Anfang!

Dann ist er wohl eher ein Verkäufertyp! Der Mann der mit geschmeidigen Sätzen den Kunden um den Finger wickelt und mit Smalltalk Atmosphäre schafft. Stattdessen: „Und hier das Wohnzimmer … … … (schweigen)“ Ja red weiter … großzügig, hell, wohlfühlen, individuell, da kann man einiges machen, pi pa po. Smalltalk also auch 5-.

Dann aber vielleicht ein fachliches As. Aber leider hat er gar keine Ahnung von unserem Haus: Baujahr, Quadratmeter, Renovierung oder Bausubstanz – alles wird mit einem schmetternden „Herr Weymaaaaan! Wissen Sie …“ live erfragt.

Doch jetzt kommt die Sternstunde für Makler Smeagol: die Frage nach den Nebenkosten

  • 1,5 % Notar & Gerichtskosten
  • 3,5 % Grunderwerbssteuer
  • 5% Maklergebühren zzg, 19% Mehrwertsteuer

Paff – das sitzt! Ohne mit der Wimper zu zucken sprudeln die Finanzdaten. Jetzt sieht man daß sich top Ausbildung gelohnt hat! Ich bin mir allerdings unsicher ob dem potentiellen Kaufinteressenten der Mund halb offen steht
a) wegen dem plötzlichen Aufblitzen der finanziellen Fachkompetenz oder
b) er hat gerade im Kopf überschlagen welchen hohen 4-stelligen Euro Betrag er für dieses profi-mäßige Verkaufsgespräch bezahlen muß.

Auf die Frage vom Interessenten ob er sich bzgl. Fragen direkt mit uns in Verbindung setzen darf verneint Makler Smeagol und versetzt damit dem Verkaufsgespräch den finalen Todesstoß. Kaufinteressent fährt weg und Makler Smeagol macht sich auch sofort ohne ein abschließendes Gespräch aus dem Staub.  Auf nimmerwiedersehen …  mein Schatz.

Messie

Die Zeit schmilzt dahin und man muß sich langsam Gedanken machen seine Sachen ins Reine zu bringen. Da wir ja mit keinem Müll umziehen wollen ist es notwendig das Haus zu entrümpeln. Meine Schwerpunkte liegen dabei auf dem Keller (au weia!) und meinem Büro. Ich habe mir also am Wochenende mein Büro vorgenommen und entrümpelt. Und verdammt nochmal ich musste einsehen – ich bin ein Messie. Aber nicht irgendeiner der angebrannte Pfannen, Plastiktüten und Essensreste unter dem Motto „Kann man bestimmt noch brauchen!“ sammelt. Nein, es sind kleine nutzlose, spassige, nerdige, sentimentale Stücke voller Erinnerungswerte – naja, zumindest für mich. Bestimmt werden nicht alle meine Vorlieben teilen aber einige Fundstücke haben mir schon die Tränen in die Augen getrieben, seht selbst …

1 – ISA Bus Video Capture Card – größer als meine Hand
2 – Pfennig
3 – High Speed Driver auf 3,5″ Diskette
4 – Das Handbuch des nutzlosen Wissens – unverzichtbar
5 – Video-Kassetten
6 – Ein Bandlaufwerk zur Datensicherung
7 – CD von Oliver Onions – Best of Bud Spencer & Terence Hill
8 – Stormtrooper Pappaufsteller
9 – C64 & 1541 Floppy Laufwerk Handbücher
10 – Alter Stammheim Partyflyer
11 – 5 1/4 Zoll Disketten
12 – Best of Village People CD
13 – Heineken Dösken
14 – Judge Dredd Poster, 1,85 x 1,30 !Meter! – unverkäuflich
15 – Herbie Hanxcock Maxi Single, eine meiner Ersten
16 – Dragons Lair PC Spiel

Pssst, nichts der Gattin verraten: Ich nehme alles mit!

 

Die Reinigung

Ich habe mich ja schon einige Male über unseren Hauswechsel berichtet. Wieso – weshalb – warum, das Bautagebuch und der Fortschritt sind ja schon behandelt worden aber Ihr kennt noch nicht die Geschichten die sich in den Monaten zwischen den Jahren 2010 /2011 abgespielt haben – da sind schon Hammer dabei. Gleich vorneweg: Nein, das keine Fantasien oder ausgeschmückte Räuberpistolen, das ist so passiert!

Angefangen hat es mit „der Reinigung“. Der Nachbar hat im August letzten Jahres eine Gartenparty veranstaltet. Bierpils, lockeres Grillen – ein echt gelungenes Beisammensein! Dann fängt am Tisch eine sonderbare Unterhaltung um das Fasten an. Einige Nachbarn hatten eine Offenbarung: die Leber- und Gallenblasenreinigung. Ich gucke schon ziemlich komisch nachdem ich mehr und mehr zuhöre: Apfelsaft, Olivenöl, Bittersalz (?), Mondphase (??), Einläufe (!????). Dann gibt die ältere Dame Ihrem Gatten das Kommando: „Zeig doch mal die Fotos.“ Schon geht das Handy mit den Fotos vom so genannten „Abführtag“ rum und zeigt angeblich ausgeschiedene Gallensteine. So sehen das die Überzeugten, ich persönlich sehe nur Fotos von aus der Toilette gefischter Scheiße, die auf weißer Küchenfolie fotografiert wurde. Mein Gesicht bleibt fast regungslos, nur der Mund steht etwas offen, mein Gehirn sucht nach einer „Escape – Strategie“.
Zu Hause werfe ich dann die Google an und siehe da: es existiert ein bunter Haufen von Enthusiasten die Ihre Schei… Gallensteine sammeln und fotografieren und sogar Berichte anfertigen. Hurra! Da lassen wir uns natürlich auch nicht von Esowatch verwirren.

Übringens: Sohnemann macht auch mit. Allerdings wundert man sich dass er bereits in den fortgeschrittenen 30’ern immer noch keine Freundin hat – vielleicht kommt Sie mit den Abführtagen nicht zurecht!